Wieviel Kredit kann man sich zumuten?

Um diese Frage zu beantworten muss ein realistischer Kassensturz vorgenommen werden um zu berechnen wie viel Geld im Monat für die Kreditrate übrig bleibt. Hat man den monatlichen Spielraum für die Rate ermittelt, kann man im nächsten Schritt festlegen wie viel Kredit man aufnehmen möchte und wie lange man diesen zurückzahlt.



Haushaltsrechnung aufstellen


Dafür wird eine Aufstellung aller festen Einnahmen und Ausgaben benötigt. Zu den Einnahmen gehören das monatliche Nettogehalt und alle andere Bezüge (wie z.B. Einnahmen aus Renten oder Vermietung). Davon abgezogen werden alle Ausgaben.

Die Ausgaben sollten realistisch aufgezählt werden. Auch kleine Beträge sollte man nicht unter den Tisch fallen lassen. Zu den Ausgaben zählen Miete, Versicherungen, Lebenserhaltungskosten (wie z.B. Lebensmittel, Friseur, Medikamente), KFZ-Kosten, Telefon, Handy, Internetkosten, Sparverträge, Urlaub, Hobby und Freizeitgestaltung, Shopping/Kleidung, Neuanschaffungen für Möbel und zu guter letzt Raten für bereits bestehende Kredite. Gerne werden hier Kosten vergessen die nur einmal im Jahr anfallen. Diese Beträge sollte man durch 12 Teilen um die monatlichen Kosten zu erhalten.

Zieht man alle monatlichen Ausgaben von den monatlichen Einnahmen ab, erhält man als Ergebnis die Monatsrate die man sich leisten kann. Mit diesem Wert als Orientierung kann man im zweiten Schritt festlegen wie viel Kredit man aufnehmen möchte.




Wie viel Kredit aufnehmen?

Man sollte seinen Spielraum für die Kreditrate nie ganz ausreizen. Die Rate soll also so niedrig sein, dass unvorhergesehene Ereignisse trotzdem finanziell bewältigt werden können.

Die maximale Kreditsumme ergibt sich aus der Kombination von Laufzeit (Anzahl der Monatsraten) und Höhe der Kreditrate. Denn je kürzer die Kreditlaufzeit, desto höher wird die Rate. Umgekehrt: Je niedriger man die Rate wählt, umso mehr verzögert sich die Laufzeit des Kredites da man mit kleinen Raten länger braucht um den Kredit komplett zu tilgen. Das wirkt sich auch auf die Kosten aus. Je länger man abbezahlt und je grösser der Kredit ist, umso mehr Zinskosten häufen sich an.


Beispiel:
Man hat einen monatlichen Spielraum von 450 Euro. Der Kreditanbieter bietet einen Zinssatz von 5,75%. Will man das Darlehen in 36 Monaten zurückzahlen dann ist eine Kreditsumme von 13.000 Euro möglich. Die Rate für den Kredit inkl. Zinsen beträgt 393,12 Euro. Die Zinskosten belaufen sich auf 1.152,40 Euro für die gesamte Laufzeit. Zahlt man hingegen 48 Monate zurück, dann steigt die mögliche Kreditsumme auf 17.000 Euro an. Die Monatsrate beträgt bei gleichen Konditionen 395,74 Euro. Die Kosten für die Zinsen betragen 1.995,73 Euro.


Durch eine Verlängerung der Laufzeit kann man also die möglich Kreditsumme hochschrauben. Analog dazu erhöht man aber auch die Zinskosten, die man an die Bank zahlen muss. Mit der Laufzeit summieren sich automatisch die Zinszahlungen. Eine kurze Laufzeit spart dem Kreditkunden also Geld. Die Laufzeit sollte immer so gewählt werden, das der Kredit in einem vernünftigem Zeitraum getilgt ist. Was „vernünftig“ ist, hängt hierbei vor allem vom Grund der Finanzierung ab. So macht es z.B. keinen Sinn eine Auto über 10 Jahre zu finanzieren. Wer möchte schon für ein Kfz abbezahlen das schon Schrottreif ist. Ein Haus hingegen kann man länger nutzen. Hier sind Laufzeiten von 20 Jahren keine Seltenheit und auch meistens vertretbar.



Fazit:


Wählen Sie die Höhe des Kredites nur so hoch wie nötig. Es ist zwar verlockend mehr Geld aufzunehmen, aber man sollte immer bedenken, dass man für das Geld Zinsen zahlt und sich die Zinskosten insb. bei hohen Kreditsummen schnell auf tausende Euro summieren können. Wählen Sie die Laufzeit so kurz wie möglich, aber so lange wie nötig damit die Kreditraten auch jeden Monat gestemmt werden können.